Windows Dienste reparieren (Beispiel Arbeitsstationsdienst)

Veröffentlicht von

Ausgangslage:

Wie schon in anderen Fällen geschildert, können nicht funktionierende Dienste einem den letzten Nerv rauben, wenn es zum Beispiel darum geht eine Antivirensoftware per sicherer SSL-Verbindung zu aktivieren.

Dienste laufen in der Regel im Hintergrund und organisieren die Arbeit des Systems, stellen nützliche Funktionen zur Verfügung etc. Was die jeweiligen Dienste bewirken steht in der Regel in der Dienst-Beschreibung. Diese findet sich, neben der Möglichkeit bestimmte Parameter von Diensten einzustellen (per Rechtsklick-Menu / Eigenschaften), in der Dienst-Verwaltung.

Um diese aufzurufen klicken Sie sich durch wie folgt:
XP: Start / Systemsteuerung / Leistung und Wartung / Verwaltung / Dienste
Vista, Win7: Start / Systemsteuerung / System und Sicherheit / Verwaltung / Dienste

Lösung:

Das der Aufruf eines Dienstes beschädigt sein könnte lässt sich einfach dadurch feststellen, das er in der Dienst-Verwaltung gestoppt ist und nicht gestartet werden kann. Welcher Dienst, welche Dienste geprüft werden müssen hängt vom konkreten Fall ab. Hierzu ist lesen und recherchieren erforderlich, nur teilweise lässt sich aus der Dienst-Beschreibung ableiten wofür dieser zuständig ist.

Im Beispiel ließ sich der Arbeitsstationsdienst nicht mehr starten, wodurch der Aufbau einer sicheren SSL-Verbindung nicht mehr möglich war und sich so ein Antivirenprogramm nicht aktivieren ließ. Die Dienst-Beschreibung des Arbeitsstationsdienstes war nur bedingt hilfreich, glücklicherweise teilte der Hersteller des Antivirenprogramms auf seiner Homepage mit, dass es an diesem Dienst liegt wenn sich keine SSL Verbindung mehr aufbauen lässt. Allerdings ließ sich im vorhandenen System genau dieser Dienst nicht mehr starten.

Also vor der Reparatur liegt die Recherche. Wem das allerdings zu umständlich oder zu aufwendig ist, dem bleibt dann aber auch meistens nur übrig sein System neu auf zu setzen. Denn,

nicht mehr funktionierende Dienste gehen in aller Regel auf eine beschädigte Registry zurück.

Es ist eher unwahrscheinlich das im Systemordner DLL-Dateien gelöscht worden sind. Meistens werden Dienst-Einträge in der Registry durch alle möglichen Programme während der Installation / De-Installation „verbogen“ oder „verstümmelt“.

Solche Verstümmelungen lassen sich am Besten feststellen indem man einen zweiten PC / Notebook mit dem gleichen Betriebssystem nimmt und die entsprechenden Einträge einfach vergleicht. Wenn einem selbst kein zweites System zur Verfügung steht, vielleicht hat ja ein Freund eines. Dabei müssen nicht unbedingt die selben Programme installiert sein. Es genügt wenn zum Beispiel bei einem XP einfach ein zweites XP für den Vergleich zur Verfügung steht. Dort sollte der entsprechende Dienst allerdings laufen.

Zum Aufruf des Registry – Editors wie folgt vorgehen:
XP: Start / Ausführen / „regedit“ in die Kommandozeile eingeben und mit [enter] starten.
Vista, Win7: Start / Im Suchfeld „regedit“ eingeben und mit [enter] starten

Nach kurzer Recherche im google-web [„xp registry eintrag für arbeitsstationsdienst“] findet sich das Verzeichnis in dem der Eintrag für den Arbeitsstationsdienst zu finden ist:

HKEY_LOCAL_MACHINE\ SYSTEM\ CurrentControlSet\ Services\ LanmanWorkstation.

Links im Verzeichnisbaum durchklicken und der schrittweise Vergleich der einzelnen Einträge mit dem 2.System brachte dann die Erkenntnis das im Ordner „Parameters“ der Eintrag der aufzurufenden DLL fehlte: (%SystemRoot%\System32\wkssvc.dll ).

Rechtsklick im Wertefeld, einen neuen Wert ausgewählt und den fehlenden Parameter so eingetragen wie auf dem 2. System. Die Menuauswahl bestimmt den Typ: Wert der erweiterbaren Zeichenfolge = REG_EXPAND_SZ . Mit Klick auf den Menupunkt wird der neue Wert angelegt und Sie geben Ihm den selben Namen wie auf dem 2. System: ServiceDll. Mit [enter] die Eingabe abschließen.

Jetzt muss dem neuen Wert noch der Inhalt zugewiesen werden. Dazu einen Rechtsklick auf den neu angelegten Wert Name, im Popup-Menu den Punkt Ändern angeklickt und es erscheint das Eingabefenster „Zeichenfolge bearbeiten“. In der Zeile Wert den selben Verzeichnispfad eingeben wie auf dem 2.System.

Um ganz sicher zu gehen können Sie auf Ihrem System, im Verzeichnis windows\system32 nachschauen ob dort die Datei wkssvc.dll auch tatsächlich vorhanden ist.

Den Wert mit OK gespeichert, Registry – Editor geschlossen und der Dienst ließ sich starten. Die SSL – Verbindung konnte aufgebaut werden und die Softwareaktivierung war eine Sache von Sekunden.

Viel Spaß und Erfolg,
SchrauberMike
[testen ist feige]